Thermografie an Wohngebäuden

Thermografie- oder Wärmebildaufnahmen decken die energetischen Schwachstellen einer Gebäudehülle auf. Mit Hilfe einer speziellen „Infrarot-Kamera" werden Wärmebilder erstellt, die aufzeigen, an welchen Stellen des Gebäudes die meiste Wärme verloren geht. Die Temperaturen auf der Gebäudeoberfläche werden mit einer Kamera gemessen und Temperaturunterschiede dargestellt. Um aussagefähige Aufnahme machen zu können, muss über einen längeren Zeitraum ein Temperaturunterschied zwischen innen und außen von mindestens 20°C vorherrschen. Daher werden die Aufnahmen meist zur kalten Jahreszeit vorgenommen. Ideale Bedingungen liegen bei trockenen Winternächten oder bedeckten Tagen vor.

Mit der Infrarotthermografie kann somit sehr einfach und effektiv die energetische Qualität der Außenhaut eines Gebäudes geprüft werden. Die Ursachen für einen erhöhten Energieverbrauch können erkannt und Maßnahmen zur Energie- und CO2-Einsparung oder notwendige Reparaturen geplant werden.

Energetische Schwachstellen in der Praxis

Beispiel Dach

Bei diesem Dach sind Wärmeverluste im oberen Bereich erkennbar. Es stellte sich heraus, dass sich die Dämmung aus Mineralwolle und die Dampfsperre gelöst haben und diesen deutlichen Energieverlust verursachten. Eine Behebung dieser Mängel half hier, kostbare Energie zu sparen und bauphysikalische Schäden – wie Schimmel – vorzubeugen.

Beispiel Tür

Kleine Ursache, große Wirkung: Die Eingangstür eines KfW60-Neubaus zeigt erhöhte Oberflächentemperaturen. Zum einen schließen die Türdichtungen nicht sauber und zum anderen wurde bei der Planung und Herstellung der Tür wenig Wert auf eine ausreichende Dämmung gelegt.

Beispiel Außenwand

Sollte man die Außenwand an einem älteren Haus dämmen? Das Thermogramm liefert die Antwort. Das Bild verdeutlicht sehr gut, was eine fehlende Dämmung der Außenwand bewirken kann. Bei dem Objekt sind deutlich die warmen Heizkörper unter den Fenstern zu erkennen.

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